Calvin, Jean - Psalm 23.

Inhaltsangabe : Dieser Psalm enthält keine Bitten, auch keine Klagen über ein Leid, für welches der Beter Erleichterung suchte, sondern nur Danksagungen. Daraus geht hervor, dass David ihn zu einer Zeit gedichtet hat, als er in seiner Regierung Ruhe bekommen hatte und glücklich ganz nach seinem Wunsche lebte. Er ergötzt sich also im Wohlergehen und in der Freude an dem Urheber seines Glücks, um nicht den gottlosen Menschen zu gleichen, die, wenn sie sich für glücklich halten, Gottes vergessen und sich ruhig ihren Freuden ergeben. Ja, er erkennt es nicht nur als eine Wohltat Gottes an, dass er jetzt ruhig ohne Leiden und Mühsal leben kann, sondern er bekennt auch, dass er durch Gottes Vorsehung bis ans Ende glücklich sein werde, und das alles zu dem Zwecke, sich in der reinen Verehrung Gottes zu üben.

V. 1. Der Herr ist mein Hirte usw. Gott lädt uns mit seinen Wohltaten, durch die er uns gleichsam die Süßigkeit seiner väterlichen Güte schmecken lässt, freundlich zu sich. Und doch kommt es nur zu leicht, dass wir, wenn wir Friede und Freude haben, seiner vergessen. Ja, die meisten Menschen macht das Glück nicht nur trunken und maßlos übermütig, sondern auch stolz und frech gegen Gott. Kaum der hundertste Teil versteht es, sich beim Genuss der göttlichen Wohltaten zu mäßigen und sich in der Furcht Gottes zu halten. Umso mehr Beachtung verdient daher das Beispiel Davids, der auf dem höchsten Gipfel der Würde, im Glanze des Reichtums und der Ehre, beim größten Überfluss, unter den Freuden des Hofes nicht nur bekennt, dass er Gottes gedenke, sondern auch seine Wohltaten als Leiter benutzt, um näher zu ihm heranzukommen. Auf diese Weise zügelt er nicht nur die Ausgelassenheit des Fleisches, sondern treibt sich auch an zur Dankbarkeit und zur Übung der Frömmigkeit. Das ersehen wir auch aus dem Schlusse des Psalms, wo er sagt, dass er in dem Hause Gottes wohnen werde sein Leben lang. Und wenn er sich im 18. Psalm, zu einer Zeit, da ihm von allen Seiten Beifall bezeugt wurde, einen Knecht Gottes nennt, so zeigt er damit nicht nur einen in Demut gesammelten Sinn, sondern beweist auch durch seinen Lobpreis des Herrn die rechte Dankbarkeit. Hier gebraucht er das Bild eines Hirten, um Gottes Fürsorge zu rühmen, die er erfahren hat. Er will sagen, dass der Herr ebenso für ihn sorgt, wie ein treuer Hirte für die ihm anvertrauten Schafe. Gott stellt sich uns oft in der heiligen Schrift unter dem Namen und der Gestalt eines Hirten vor. Das ist ein besonderes Zeichen seiner zarten Liebe. Denn da ein Hirt eine niedrige und verachtete Person ist, so muss der, der sich nicht scheut, sich um unsertwillen so zu erniedrigen, eine ganz besondere Liebe zu uns hegen. Deshalb muss man sich wundern, wenn eine so schmeichelhafte und freundliche Einladung uns nicht zum Herrn lockt, damit wir sicher und friedlich unter seinem Schutze ruhen. Es ist aber wohl zu merken, dass Gott nur für die ein Hirte ist, die im Bewusstsein ihrer Schwäche und Ohnmacht merken, dass sie seines Schutzes bedürfen, die gerne in seinem Schafstall bleiben und sich durch ihn regieren lassen. David, obgleich er tapfer war und ein großes Heer hatte, bekennt sich doch freimütig als ein bedürftiges Schäflein, um Gott zum Hirten zu haben. Sollten nun wir uns gegen solchen Titel sträuben, wenn doch unsere eigene Schwäche uns davon überzeugt, dass wir ganz elend sind, wenn wir nicht unter dem Schutze dieses Hirten leben? Übrigens müssen wir im Gedächtnis behalten, dass das größte Glück darin besteht, wenn er seine Hand ausstreckt, um uns zu regieren, wenn seine Vorsehung zu unserem Heile wacht. Mag uns daher alles in reichem Maße zur Verfügung stehen, so müssen wir doch wissen, dass wir nur dadurch glücklich sind, dass Gott uns gewürdigt hat, uns zu seiner Herde zu zählen. Dazu kommt noch, dass wir dem Hirtenamte Gottes nur dann die rechte Ehre zukommen lassen, wenn wir überzeugt sind, dass seine Vorsehung allein uns genügt. Denn wie Leute, die Gott nicht zu ihrem Hirten haben, bei dem größten Überfluss arm und hungrig sind, so ist es sicher, dass wir alle Güter besitzen und nichts entbehren, wenn Gott die Sorge für uns übernommen hat. Deshalb verkündigt David auch, dass er sich vor keinem Mangel fürchte, weil der Herr ihn weidet.

V. 2 u. 3. Er weidet mich auf einer grünen Aue, d. h. auf einer fetten Weide. Das frische Wasser, welches der nächste Satz rühmt, ist buchstäblich „Wasser der Ruhe“, d. h. ruhig und sanft fließendes Wasser: denn aus reißenden Bächen zu trinken, wäre für die Schafe unbequem und oft gefährlich. Diese und die folgenden Aussagen legen lediglich den vorangehenden Satz auseinander: mir wird nichts mangeln. Dabei wird das einmal angelegte Bild zur Schilderung der reichen Gaben Gottes streng festgehalten. So muss der Gesamteindruck entstehen, dass Davids himmlischer Hirte es an nichts fehlen ließ, ihn unter seiner Fürsorge glücklich zu machen. Dass die grüne Weide und das sanft fließende Wasser miteinander genannt wird, deutet auf eine reiche Fülle aller Lebensgüter: denn ohne Trank würde bloßes Futter nicht zur Sättigung dienen. Da es ferner zum Amt eines guten Hirten gehört, seine Schafe zu hegen und die Schwachen zu erquicken, so verkündigt David, dass er auch diese Wohltat von Gott empfange: denn dass der Hirt die Seele der Schafe erquickt, beschreibt die Erfrischung, die er ihnen schafft; und rechte Straße steht für ebene Straße, auf der man leicht gehen kann. Dabei insbesondere an die Leitung durch den heiligen Geist zu denken, wäre unpassend, da das Bild einfach weitergeführt wird. Wie David also zuvor sagte, dass ihm von Gott alles gütig dargereicht werde, was zur Erhaltung seines Lebens gehört, so fügt er jetzt hinzu, dass er gegen alle Mühsale beschützt werde. Kurz, Gott lässt es den Gläubigen an keinem Teile fehlen, da er sich nicht nur durch seine Kraft aufrecht erhält, sie kräftigt und belebt, sondern auch allen Schaden von ihnen abwendet, so dass sie auf ebener Straße bequem einhergehen. Um jedoch nichts seiner Würdigkeit zuzuschreiben, bekennt David vor dem Herrn: das alles gewährst du mir um deines Namens willen. Und gewiss ist es nur eine Wohltat seiner Gnade, wenn der Herr uns sich zu Schafen erwählt und seines Hirtenamtes bei uns waltet, wie wir dies beim 65. Psalm sehen werden.

V. 4. Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal usw. Wenn auch die Gläubigen sicher unter Gottes Hand wohnen, so sind sie doch von vielen Gefahren umgeben; und auch die allgemeinen Leiden des Lebens legt der Herr ihnen auf, damit sie spüren, wie nötig sie seinen Schutz haben. Darum betont David noch ausdrücklich, dass er auch bei widrigen Zufällen in Gottes Vorsehung ausruhen kann. Er verspricht sich also nicht ununterbrochene Ergötzungen, sondern wappnet sich auch mit Gottes Beistand gegen alles, was da kommen mag, um es tapfer zu erdulden. Auch hier bleibt die Rede im Bilde und vergleicht die Fürsorge, die Gott in der Führung der Gläubigen offenbart, mit dem Stecken und Stab des Hirten: mit diesem Schutz für sein Leben will David zufrieden sein. Wenn ein Schaf durch ein dunkles Tal geht, so gibt die Gegenwart des Hirten ihm allein schon genügende Sicherheit gegen den Angriff wilder Tiere und gegen anderen Schaden. So sagt auch David hier, dass wenn er einmal irgendwie in Gefahr kommen sollte, Gottes Hirtentreue ihm genügenden Schutz gewähren werde. Wir sehen hier, dass er auch in Glück und Glanz niemals vergessen hat, dass er ein Mensch war, sondern dass er schon beizeiten an das Unglück gedacht hat, das ihn vielleicht treffen könnte. Und sicherlich zittern wir deshalb so sehr, wenn Gott uns durchs Kreuz prüft, weil ein jeder, um ruhig zu schlafen, sich in fleischliche Sicherheit einwiegt. Von diesem Schlaf der Starrheit ist die Ruhe des Glaubens sehr verschieden. Ja, da Gott den Glauben durch Unglück prüft, so folgt, dass niemand wahren Glauben hat, der nicht mit unbesiegbarer Standhaftigkeit ausgerüstet ist, um alle Furcht zu besiegen. Doch David rühmt sich nicht, von aller Furcht frei zu sein, sondern nur, dass er allem gewachsen sein werde, sodass er furchtlos überallhin geht, wohin der Hirt ihn führt. Dieses geht aus dem Zusammenhange noch deutlicher hervor. Zuerst sagt er: Ich fürchte kein Unglück. Dann gibt er gleich darauf den Grund hierfür an. Er gesteht offen, dass er sich dadurch von seiner Furcht zu heilen sucht, dass er auf den Stab des Hirten blickt. Denn wozu hätte er Trost nötig, wenn die Furcht ihn nicht beunruhigte? Es ist also festzuhalten, dass David, da er an die Leiden denkt, die ihn treffen können, nur dadurch dieser Versuchung Herr wird, dass er sich der Fürsorge Gottes übergibt. Dies hat er schon vorher, wenn auch dunkler, durch die Worte ausgedrückt: Du bist bei mir. Denn wenn er von Furcht frei gewesen wäre, so hätte er nicht nach Gottes Gegenwart verlangt. Ferner ist zu beachten, dass er den Schutz Gottes nicht nur den gewöhnlichen täglichen Leiden gegenüberstellt, sondern auch solchen Anfechtungen, die durch die Finsternis des Todes den Geist verwirren. David spielt hier auf die dunklen Schlupfwinkel und Höhlen der wilden Tiere an, wo einen jeden gleich beim Eintritt die Todesfurcht überfällt. Da Gott sich uns jetzt in seinem eingeborenen Sohn deutlicher als einst den Vätern unter dem Gesetz als Hirte offenbart hat, so erweisen wir seiner Beschützung nicht die genügende Ehre, wenn wir auf sie nicht unsere Augen richten und so alle Angst mit Füßen treten.

V. 5. Du bereitest vor mir einen Tisch . Jetzt wiederholt David ohne Bild, was er bisher in dem Gleichnis vom Hirten von der Wohltätigkeit Gottes erzählt hat. Er sagt nämlich, dass er durch Gottes Freigebigkeit alles besitze, was zum Leben nötig ist. Denn jemandem einen Tisch bereiten, bedeutet, ihm den Lebensunterhalt ohne Mühe und Schwierigkeiten in reichem Maße darreichen, so wie ein Vater seinem Sohn die Speise gibt. Und diese Wohltat war deshalb umso größer, weil Gott nicht nachließ, sich freigebig und wohltätig gegen David zu zeigen, obgleich viele böswillige Feinde ihn beneideten und dieses göttlichen Segens zu berauben suchten. Was er von dem Öl hinzusetzt, bezieht sich auf eine damals übliche Sitte. Bekanntlich wurde bei prächtigen Gastmählern Öl zur Salbung der Gäste verwendet, ohne dies konnte man sich einen glänzenden und freundlichen Empfang kaum vorstellen. Die Erinnerung hieran, sowie der Hinweis auf den vollgeschenkten Becher deuten auf einen Überfluss, der mehr gibt, als nur eben nötig ist. David rühmt damit seinen königlichen Reichtum, der ihm nach den Berichten der heiligen Schrift in ungewöhnlicher Fülle geschenkt war. Wenn nun auch nicht alle in gleich freigebiger Weise behandelt werden, so kann man doch keinen finden, den Gott sich nicht durch seine Wohltätigkeit verpflichtet hätte, so dass man gestehen muss, dass er für alle die Seinigen ein wohltätiger Vater ist. Ist es nun schon böswilliger Undank, wenn jemand beim Empfang des bloßen täglichen Brots Gottes väterlicher Fürsorge nicht anerkennt, wie viel unerträglicher ist dann die Gedankenlosigkeit, die überreiche Gottesgaben verschlingt, ohne etwas von der Freundlichkeit des Gebers dabei zu schmecken. David erinnert daher die Reichen durch sein Beispiel an ihre Pflicht, dass sie Gott umso herzlicher danken müssen, je freundlicher er für sie sorgt. Übrigens müssen wir auch daran denken, dass Leute, denen die Güter reichlicher zufließen, ebenso gut Maß halten müssen, wie die anderen, die nur die Mittel zu einem eingeschränkten und mäßigen Leben besitzen. Denn da wir alle mehr als genug zum Luxus geneigt sind, so ist Gott nicht deswegen verschwenderisch gegen die Gläubigen, um diese Krankheit bei ihnen zu erregen. Alle müssen sich an die Regel halten, die Paulus gibt (Phil. 4, 12), dass sie verstehen, Überfluss wie auch Mangel zu haben. Damit der Mangel uns nicht mutlos mache, müssen wir uns mit Geduld stärken; und hinwiederum, damit der Überfluss uns nicht übermäßig erhebe, müssen wir uns den Zügel der Mäßigkeit anlegen. Wenn Gott die Gläubigen reich macht, so bändigt er zu gleicher Zeit bei ihnen die zügellosen Begierden des Fleisches durch den Geist der Enthaltsamkeit, so dass sie selbst aus freien Stücken sich das richtige Maß vorschreiben. Damit soll aber nicht gesagt sein, dass es unrecht wäre, wenn die Reichen die Güter, die sie besitzen, in reicherem Maße genießen, als wenn Gott sie kurz halten würde. Aber alle müssen sich hüten – und das gilt auch den Königen – dass sie sich nicht ganz dem Vergnügen und dem Luxus ergeben. Denn wenn David sich auch in seinen Verhältnissen mit Recht mehr erlaubte, als wenn er einer aus dem gewöhnlichen Volke gewesen oder in der väterlichen Hütte geblieben wäre, so hütete er sich doch bei allen reichen Genüssen, dass er nicht bloß sein Fleisch fütterte und fett machte: er wusste den Tisch, den der Herr ihm bereitete, von einem Futtertrog zu unterscheiden. Auch dies verdient Beachtung, dass David, obgleich er von der Beute, den Abgaben und den anderen Einkünften lebte, doch Gott dankte, als empfinge er täglich die Speise unmittelbar aus seiner Hand. Daraus schließen wir, dass der Reichtum ihn nicht blind gemacht hat, sondern dass er immer Gott als den Hausvater betrachtete, der ihm Speise und Trank aus seiner Vorratskammer darreichte und zur rechten Zeit zuteilte.

V. 6. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen usw. Bisher hat David die Gaben der Gnade Gottes aufgezählt: jetzt fügt er hinzu, dass sie ihm bis ans Ende verbleiben werden. Woher hat er diese Zuversicht, sich zu versprechen, dass Gottes Güte und Barmherzigkeit seine steten Begleiter sein werden? Nur aus der Verheißung, mit der Gott seine Wohltaten gegen die Gläubigen zu würzen pflegt, damit sie dieselben nicht ohne Geschmack und ohne Nachdenken hinunterschlucken. Schon früher hat David gesagt, dass seine Augen in der Finsternis des Todes auf die Betrachtung der göttlichen Vorsehung gerichtet sein würden. Dadurch hat er zur Genüge bezeugt, dass er nicht an äußeren Dingen hängt, und dass er Gottes Gnade nicht nach seinem fleischlichen Sinne misst, sondern dass auch dann, wenn alle irdischen Hilfsmittel versagen, sein Glaube sich an Gottes Wort hält. Wenn ihm auch die Erfahrung Mut gibt, Gutes zu hoffen, so stützt er sich doch vor allem auf die Verheißung, durch die Gott die Seinen für die Zukunft stärkt. Falls jemand einwenden sollte, dass es unbesonnen sei, wenn der Mensch in diesem hinfälligen Leben sich ein dauerndes, unveränderliches Glück verspricht, so antworte ich, dass David mit diesen Worten dem Herrn kein Gesetz vorschreiben will, sondern dass er wohl bereit war, sich mit dem irdischen Geschick und den Wohltaten, die Gott ihm zuwenden würde, zu begnügen. Er sagt nämlich nicht, dass sein Becher immer voll sein werde und sein Haupt immer mit Öl gesalbt, sondern er schließt nur im Allgemeinen, dass, weil Gott unermüdlich ist, Gutes zu tun, er auch bis ans Ende wohltätig gegen ihn sein werde.

Und werde wohnen im Hause des Herrn immerdar. Dieser Schluss zeigt deutlich, dass David durchaus nicht bei den irdischen Vergnügungen und Annehmlichkeiten stehen bleibt, sondern dass der Himmel sein Ziel ist, auf das er alles bezieht. Denn diese Worte wollen etwa sagen, dass er nicht nur lebe, um zu leben, sondern vielmehr, ums sich in der Furcht und Verehrung Gottes zu üben und täglich in der Frömmigkeit völliger zu werden. Er unterscheidet deutlich zwischen sich und den Weltmenschen, die zufrieden sind, wenn sie ihren Bauch herrlich mästen. Ja noch mehr, er zeigt, dass das Leben für Gott ihm so viel gilt, dass er danach alle Annehmlichkeiten des Fleisches wertet. Er versichert ausdrücklich, dass er bei allen Wohltaten Gottes, die er aufgezählt hat, immer nur dieses als Ziel im Auge gehabt habe, dass er im Hause des Herrn wohne. Daraus folgt, dass er, wenn der Genuss dieses Gutes wegfällt, alles andere für nichts hält. Es ist aber, als wollte er sagen, dass er an allen Annehmlichkeiten dieser Welt sich nicht ergötzen könne, wenn er nicht zu gleicher Zeit zum Hause Gottes gehöre. Wie er auch an einer anderen Stelle schreibt (Ps. 144, 15): „Wohl dem Volk, dem es also geht! Wohl dem Volk, des Gott der Herr ist!“ Weshalb verlangt er so sehr danach, im Hause Gottes zu bleiben? Tut er es nicht, um in Gemeinschaft mit den Brüdern die Opfer darbringen zu können, und um auch durch die anderen Übungen des Glaubens im Trachten nach dem himmlischen Leben gefördert zu werden? Es ist sicher, dass die zeitlichen Güter für David ein Mittel waren, durch das er sich zur Hoffnung auf das ewige Leben erheben ließ. Daraus schließen wir, dass Menschen, die sich ein anderes Glück als die immer engere Verbindung mit Gott vorgesetzt haben, den Tieren gleichen.

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